Notdienste und Internetabzocke
Heidelberg, 16.06.2010 - Undurchsichtige Anbieterstrukturen und sofort abkassierte, hohe Geldbeträge prägten das Geschäft mit der Türöffnung in Notsituationen. Verbraucher, die – vor ihrer verschlossenen Wohnungstür stehend – einen Schlüsselnotdienst anriefen, wurden kräftig zur Kasse gebeten. Die auf der Rechnung angegebenen Firmenadressen liegen oft weit entfernt – beispielsweise in Oberhausen im Ruhrgebiet.
Verbraucher, die einen Notdienst über ein Call-Center beauftragen, wissen oft nicht, wer das neue Schloss eingebaut hat. So quittierten Monteure die hohen Kosten mit unleserlicher Unterschrift auf Formularen mit Firmenadressen, die weit entfernt lagen. Wenn überhaupt, waren dort kostspielige Telefonnummern für Reklamationen angegeben.
Auch auf anderen Wegen zockten Anbieter ab: Sie verschickten Rechnungen an Verbraucher, die harmlos aussehende Internetseiten besucht hatten oder gaben leere Gewinnversprechen, um Verbraucher zu Verkaufsveranstaltungen zu locken. Die Androhung von Geldstrafen schreckte und schreckt unseriöse Firmen nicht ab, Verbraucher gesetzeswidrig mit Werbeanrufen zu belästigen. Die Anrufer schwatzen Verträge auf, fragen persönliche Daten ab oder animieren zum Anruf kostenpflichtiger Telefonnummern. Das im August 2009 in Kraft getretene Gesetz zur Bekämpfung unerlaubter Telefonwerbung entpuppt sich als Papiertiger.
Insgesamt beriet die Verbraucherzentrale in Heidelberg 6.212 Ratsuchende. Davon kamen 2.002 persönlich in die Beratungsstelle in der Stadtbücherei in der Poststraße 15. Telefonisch beantwortete das Beratungsteam 3.471 Anfragen, schriftlich 153. An Gruppenveranstaltungen wie zum Beispiel Vorträgen zur Internetabzocke, zum Kaufvertrag oder zu den Leistungen der Pflegekassen nahmen insgesamt 586 Verbraucherinnen und Verbraucher teil.












