Fehlende Nährwertangaben
Das große Schweigen
Stuttgart, 18.09.2009 -Viele Lebensmittelhersteller geizen mit Angaben zum Zucker- und Fettgehalt auf der Verpackung. Das ergab eine Untersuchung der Verbraucherzentralen bei über 3.500 Lebensmitteln von mehr als 50 Herstellern. Gerade bei zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln wie Milch-produkten, Wurst und Süßigkeiten fehlen oft wichtige Nährwertangaben.
Fast die Hälfte der untersuchten Produkte war nicht mit der Kennzeichnung aller acht („Big Eight") Nährwerte versehen: Energiegehalt, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium bzw. Salz. „Das wäre aber eine wichtige Voraussetzung, um Fett- und Zuckerbomben zu entlar-ven", sagt Heidi Schworm von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Bei knapp 15 Prozent der untersuchten Lebensmittel fehlt jegliche Angabe zum Kaloriengehalt und zu den Nährstoffen.
Besonders schlecht schnitten bekannte Markenartikel ab. So fanden die Verbraucherzentralen bei Ferrero nur ein einziges Produkt von 36 mit der Angabe zum Zuckergehalt. Bei 17 Ritter Sport-Produkten wurde kein gekennzeichnetes gefunden. Insgesamt war bei 33 der 50 untersuchten Hersteller, also bei 66 Prozent, die Kennzeichnung unbefriedigend. Nur 18 Prozent kennzeichneten den Zuckergehalt umfassend.
Auffällig ist auch, dass gerade bei kalorienreichen Produkten oft die Nährwertan-gabe fehlt: So wird Kalbsleberwurst ohne Kennzeichnung angeboten, der fettarme Schinken dagegen trägt eine Nährwertangabe.
„Die Ergebnisse des Marktchecks belegen eindrucksvoll, dass auf eine freiwillige Nährwertkennzeichnung durch die Hersteller kein Verlass ist. Die Nährwertkenn-zeichnung muss endlich gesetzlich geregelt und vorgeschrieben werden, am besten als obligatorische Ampelkennzeichnung", so Heidi Schworm.












