Berufswunsch Tierarzt:
Die Europäische Veterinärwoche bot einen Einblick in die Berufswelt des Tierarztes
Mit dem Schwerpunktthema Zoonosen als Aufhänger meldete sich die Öffentlichkeitsarbeits-Initiative der FVE (Federation of Veterinariens in Europe) in diesem Jahr auch in Baden-Württemberg. In der Rhein-Neckar-Region nahmen sich drei Partner des öffentlichen Veterinärwesens der Aufgabe an, dieses interessante Thema mit dem besonderen Aufhänger „Tollwut, ein gefährliche anzeigepflichtige Tierseuche und ihre Bekämpfung" auch hier zu präsentieren. Der Veterinärdienst der Stadt Heidelberg, das Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung Rhein-Neckar-Kreis sowie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe Außenstelle Heidelberg konnten das Ganztagsgymnasium Helmholtz in Heidelberg dazu als Partner gewinnen. Hier wurde es möglich, für Schüler dieser Einrichtung sowie anderer benachbarter Schulen sowohl in kleinen Vortragseinheiten als auch anhand eines vielgestaltigen Informationsparcours nicht nur ergänzenden Stoff für den Biologieunterricht anzubieten, sondern auch Einblicke in das weite Tätigkeitsfeld des Berufes Tierarzt zu gewähren.
Doch zunächst staunten Schüler und Lehrer nicht schlecht, als auf dem Schulhof im Nu zwei überlebensgroße Haustiere, Huhn und Schaf, Gestalt annahmen. Das FVE -Infomobil machte auf seiner weiten Tour extra Station in Heidelberg und war sofort Blickfang und rege frequentierter Anlaufpunkt auch in den Schulpausen. Nicht nur Informationsvideos zu tierärztlichen Berufsfeldern, nutzbringend für Tier und Mensch, wurden angeboten. Auch sonstiges Informationsmaterial sowie kleine Souvenirs zum Basteln und sonstige Andenken fanden regen Absatz. In der Aula der Schule konnten sich Schüler an Posterstationen zu weiterem Nachfragen anregen lassen oder in der Kantine eine sehr anschauliche Diaschau des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte verfolgen, die griffig und leicht verständlich durch einen Querschnitt von Themenfeldern führt, mit denen sich ein Tierarzt beruflich auseinandersetzen muss. Nicht nur Biologiefachklassen waren es, die sich in zwei Vortragseinheiten über die Epidemiologie der Tollwut, einer seit mehr als zweitausend Jahren bekannten gefährlichen Erkrankung (Dr. Hans-Erich Weiss, CVUA Heidelberg) und die erfolgreiche Bekämpfung der Wildtiertollwut zuletzt in unserer Region (Dr. Lutz Michael, Veterinäramt Rhein-Neckar-Kreis) informierten. An einem weiteren Informationsstand in der Aula, bei Dr. Alexandra Godat von der Stadt Heidelberg, konnten sie das gebotene Wissen überprüfen bzw. festigen und als Schulaufgabe aufbereiten. An einem anderen Stand, bei Dr. Margit Koch, ebenfalls von der Stadtverwaltung, erfuhren die Schüler, was für Risiken der internationale Reiseverkehr, der Tier- und Warenverkehr für die Verschleppung von Tierseuchen bildet und was für Vorbeugemaßnahmen durch jeden einzelnen von uns deshalb getroffen werden müssen. Man konnte sich z. B. über die Voraussetzungen für das Reisen mit Heimtieren informieren, bekam aber auch Informationsquellen für die unvermeidlichen Spezialfälle genannt. Begeistert probierten die Schüler an einem mit einem Chip gekennzeichneten Stofftierkameraden das mitgebrachte Lesegerät aus, um sich danach am Nachbarstand, bei Dr. Barbara Fritz Einblicke in die Welt der tiermedizinischen Mikrobiologie zu verschaffen. Hier wurde das Thema Zoonosen noch um andere Facetten erweitert, erfuhr man, dass auch durch Lebensmittel liefernde Tiere oder durch sekundär keimbehaftete Lebensmittel Zoonosenerreger übertragen werden können. Mit anschaulichen Schulungstafeln, Demonstrationsnährmedien, eindrücklichen Photos und auch Gerätschaften war schnell das Interesse für viele interessierte Nachfragen geweckt. Wollte jemand sich noch speziell zum Ablauf des Tiermedizinstudiums erkundigen, war Tiermedizinstudentin Karoline Groth zur Stelle. Sie absolvierte gerade ein Studien begleitendes Pflichtpraktikum beim Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung im Rhein-Neckar-Kreis und konnte authentisch von ihren Erfahrungen aus Praktikum und Studium berichten. Fazit am Ende des Tages, als alles wieder abgebaut und das FVE - Mobil auf die Rückreise nach Brüssel entlassen worden war: Fachunterricht bereichert, praktische Informationen für jeden geboten, bei Berufsorientierung unterstützt und Werbung für ein äußerst interessantes Berufsbild gemacht. Die Schüler, ob Gymnasium oder benachbartes Grundschulzentrum, brachten sicher jeder für sich etwas Interessantes, Erzählenswertes mit nach Hause.
Das Infomobil der FVE, bei dem interessierte Schülerinnen und Schüler viele Informationen erhielten
Tierische Umrahmung auf dem Schulhof als Hinweis auf die Europäische Veterinärwoche, aber auch Werbung für den äußerst engagierten tierärztlichen Berufsstand












