Vandalismus in Hockenheim nimmt ab
Es sind erstaunliche Daten über Hockenheim, die Kai-Uwe Bechtel vom Polizeirevier Hockenheim dem Jugendbeirat der Stadt Hockenheim bei seiner letzten Sitzung präsentierte. Laut statistischer Daten der Polizeidirektion Heidelberg sind die Sachbeschädigungen in Hockenheim im Vergleich zu 2009 um fast ein Sechstel zurückgegangen. Und anders als man selbst angenommen hätte, fand die Mehrzahl der Vandalismusschäden nicht im Gelände des Gartenschauparks statt, sondern war verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Insgesamt verzeichnete die Polizei von Januar bis jetzt lediglich 37 Fälle von Sachbeschädigung.
Auch die Einsätze, zu denen die Polizei wegen Alkohols mit Jugendlichen gerufen wurde, fanden nicht mal zur Hälfte auf dem Landesgartenschaugelände statt. „Es gibt also zwei Schlüsse, die man aus diesen Daten ziehen kann: Entweder nehmen wir das Problem Vandalismus öffentlich stärker wahr, als es tatsächlich ist. Oder die Delikte werden bei der Polizei nicht angezeigt, was für mich nicht nachvollziehbar ist", sagt Stefan Kalbfuss, der von Seiten der Stadtverwaltung den Jugendbeirat begleitet. „Deshalb ist es jetzt wichtig, in aller Ruhe sachbezogen eine Lösung für Hockenheim zu finden, die uns auf lange Sicht weiterbringt", so Kalbfuss weiter.
Verschiedene Fraktionen hatten am 28. Juli in der letzten Sitzung unmittelbar vor den Sommerferien gefordert, einen privaten Sicherheitsdienst mit der Überprüfung des Stadtgebietes mit Schwerpunkt Landesgartenschaupark zu beauftragen. Dafür sollten die bereitstehenden Mittel für Streetwork in Höhe von 36.000 Euro eingesetzt werden. Dieser Antrag wurde von der Mehrheit des Gemeinderates abgelehnt.
Stattdessen hatte der Gemeinderat die Verwaltung am 28. Juli beauftragt, sich mit einem mobilen Krisenteam in Verbindung zu setzen und das Krisenteam zu beauftragen, in den Sommermonaten 2010 in Hockenheim tätig zu werden. Außerdem sollte das Krisenteam eine Umfrage durchführen, um mehr über die Ursachen für den Vandalismus und die potentiellen Verursacher zu erfahren.
Der Gemeinderat war damit den Empfehlungen der Fachgremien „Runder Tisch Prävention" und „Jugendbeirat" gefolgt. Beide Gremien unterstützen seit diesem Jahr den Gemeinderat in Jugend- und Präventionsfragen. Runder Tisch Prävention, Polizei und Jugendbeirat hatten ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes die Probleme nicht lösen wird. Auch der Hauptausschuss kam 2009 bereits zu der Einschätzung, dass durch den Einsatz weiterer Vollzugsbeamter das Problem nicht zu lösen ist. Vielmehr würden erfahrungsgemäß dadurch lediglich die Probleme an eine andere Stelle verdrängt. Diese Erfahrung wurde auch bereits in Hockenheim gemacht, als 2008 schon einmal ein privater Sicherheitsdienst beauftragt wurde.
Trotz der Entscheidung des Gemeinderates für die Beauftragung eines mobilen Krisenteams führte der Beschluss in diesem Jahr nicht mehr zu dem gewünschten Ergebnis: Aufgrund des sehr kurzfristig gestellten Auftrages war es dem mobilen Krisenteam nicht mehr möglich war, in diesem Sommer tätig zu werden. Deshalb bereitet die Stadtverwaltung nun die nächsten Schritte vor, damit zur „Freiluftsaison" im kommenden Jahr der vorgegebene Weg konsequent weiter beschritten werden kann.
Der Jugendbeirat überarbeitet derzeit den Fragebogen mit Fachleuten auf dem Gebiet der Umfrageforschung. Der Fragebogen soll bis Ende des Jahres vorliegen. Außerdem wurde zwischenzeitlich gemeinsam mit dem Runden Tisch Prävention das Thema weiter bearbeitet: Beim persönlichen Erfahrungsaustausch wurde das Konzept einer anderen Modellkommune beim Umgang mit Vandalismus vorgestellt. Der Runde Tisch Prävention wird sich, wie auch die Verwaltung, weiter mit dem Thema beschäftigen und bis Anfang 2011 einen neuen Beschlussvorschlag an den Gemeinderat herantragen. Der Gemeinderat muss dann entscheiden, wie in Hockenheim Vandalismus begegnet werden soll.












