Unterwegs zwischen Jungbusch und Filsbach
Am vergangenen Donnerstag war die bekannte Mannheimer Autorin Nora Noe zu einer Lesung in der Stadtbibliothek und las aus ihrem zweiten Roman „Zwischen Jungbusch und Filsbach".
Bibliotheksleiter Dieter Reif begrüßte die Autorin auf das Herzlichste und freute sich sehr, dass für die Premiere einer Lesung im neuen Haus, der Zehntscheune, eine bekannte Autorin aus der Region gewonnen werden konnte. In seine Begrüßung schloss er auch Frau Götzmann von der VHS Hockenheim ein und dankte ihr für die Kooperation. Nach einem Willkommen an das zahlreiche Publikum übergab Reif das Wort an Nora Noe.
Mit einführenden Erläuterungen eröffnete Noe die Lesung. So erfuhren die gespannten Zuhörer, dass die beiden bisher erschienen Bücher zu 90 % auf wahren Begebenheiten in ihrer Familie beruhen. Vieles habe sie von ihrer Mutter erfahren, anderes wiederum von weiteren Mitgliedern der Familie. Der zweite Band spielt vorwiegend in der Zeit des Zweiten Weltkriegs, aus dieser Zeit stammten auch die Passagen, die die Autorin las. Sehr beeindruckend war etwa der Abschnitt, wo Mutter und Tochter mit anderen Mitbewohnern einen Bombenangriff im Luftschutzkeller überstehen müssen und nur knapp einer Katastrophe entkommen. Auch sehr treffend und anschaulich geschildert der sonntägliche Ausflug der Tochter mit ihrer Cousine in die Filsbach, vorbei an einem Schulgebäude, in dem ausländische Zwangsarbeiter untergebracht waren, zu einer nahen Wirtschaft. Dort treffen die beiden wenig später zwei der Einquartierten. Kurz darauf erfahren die beiden jungen Frauen der Behörden aus eigenem Ansehen.
Nora Noe wußte ihre Zuhörer in den Bann zu schlagen. Neben der gelungenen Auswahl der vorgetragenen Passagen beeindruckte sie mit ihrer fesselnden Vortragsweise. Es gelang ihr mühelos mit veränderten Stimmlagen verschiedene Spannungsmomente zu erzeugen und unterschiedliche Stimmungen zu transportieren. Hilfreich, besonders für die Anwesenden, die das erste Buch nicht kannten, waren die eingestreuten Erläuterungen und Hinweise.
Obwohl Frau Noe fast 90 Minuten aus ihrem Werk las, war der Abend viel zu schnell vorbei. Frau Götzmann bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei der Autorin, erinnerte noch einmal an die Möglichkeit sich Bücher signieren zu lassen und wünschte allen einen guten Heimweg.












