Traditionelle Weinlese in Wachenheim
Gemeinderat besichtigt neues Kelterhaus
Seit diesem Frühjahr verkündet ein Hinweisschild inmitten der Wachenheimer Weinberge, was die Städte Wachenheim und Schwetzingen verbindet: neben langjähriger Freundschaft und Verbundenheit eine Wein- bzw. Spargelpatenschaft, die nunmehr seit 57 Jahren hält. Als originelles Zeichen dieser Patenschaft wurde den Wachenheimern einst eine Spargelreihe auf Schwetzinger Gemarkung und umgekehrt den Schwetzingern ein Wingert namens „Gerümpel" „geschenkt". Der Pflicht zur Pflege und Ernte der jeweiligen Erträge kommen die Gemeinräte auf beiden Seiten gerne nach, sind die Begegnungen zum Spargelstechen bzw. der Weinlese doch mittlerweile zur liebgewonnenen Tradition geworden.
Angeführt von Bürgermeister Dirk Elkemann traten die Gemeinderäte Carsten Petzold, Karl Rupp, Dr. Walter Manske, Hans-Peter Müller, Elfriede Fackel-Kretz-Keller, Raquel Rempp, Oliver Völker und Herbert Nerz an, um die Weintrauben ihrer flüssigen Bestimmung zuzuführen. Unterstützt durch die Amtsleiter Wolfgang Leberecht und Klaus Transier sowie Katrin Schubkegel vom Amt für Familien, Senioren & Kultur, Sport waren im Nu 600kg Trauben geerntet.
Nicht schlecht staunte die Delegation beim Anblick des neuen Kelterhauses der Winzergenossenschaft, in der Bürgermeister Torsten Bechtel die Schwetzinger herzlich begrüßte. Geschäftsführer Albert Kallfelz führte stolz durch den 2,7 Mio. Euro teuren Neubau, der in nur einem Jahr Bauzeit hergestellt wurde. Wesentliche Veränderungen erfuhren dabei die technischen Anlagen. So wurden z. B. zur Schonung des Leseguts die Pumpen durch Förderbänder ersetzt und bei der Ganztraubenpressung wird auf das sog. „Abbeeren" der Trauben verzichtet, die jetzt als ganzes gepresst werden, was die Säure, Frische und Frucht eines Weißweins intensiviert, so Kallfelz. Die Rotweinherstellung erfolgt nach wie vor ganz traditionell durch Maischegärung, bedient sich aber moderner Hilfsmittel, wie dem Überschwall- oder dem Tauchverfahren, die für farbintensive Rotweine sorgen.
Wenn auch aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse während der Blütezeit die diesjährige Ernte viel eingebüßt hat, so ist man mit einer Erhöhung der Annahmekapazität von täglich 200.000 kg auf jetzt 300.000 kg für ertragsstarke Ernten gewappnet: bei kurzfristig einsetzender Witterungsänderung kann dann zukünftig schneller reagiert und die Trauben können zum genau richtigen Zeitpunkt geerntet und verarbeitet werden.
Der gläserne Empfangsraum des Kelterhauses bot nach getaner Arbeit die passende Kulisse für ein zünftiges Herbstvesper, bei der man der Traubenpressung zuschauen und weiter fachsimpeln konnte. Mit einem zum Hebeljahr aufgelegten Gedichtband bedankte sich Bürgermeister Elkemann für den informativen und kurzweiligen Nachmittag unter Freunden und bescheinigte den Verantwortlichen, mit ihren innovativen Maßnahmen zur ganzheitlichen Qualitätssicherung auf dem besten Weg zu sein. Auszeichnungen wie „Bestes Preis-Leistungsverhältnis in 2009" und die Zugehörigkeit zu den TOP 5 der Pfalz (beide verliehen vom Weinmagazin „Weinwirtschaft" des Meininger Verlags) belegen dies zwangsläufig.

im Vordergrund Stadtrat Dr. Manske (Schwetzingen) bei der Abgabe seiner Lesemenge, links davon GR Carsten Petzold (Schwetzingen), recht davon Amtsleiter Wolfgang Leberecht (Schwetzingen), dahinter: Bürgermeister a. D. der Verbandsgemeinde Wachenheim Klaus Huter (links), Stadtrat Oliver Völker (rechts)












