Stadtbibliothek Hockenheim schreibt neues Kapitel
Mitte des Jahres 2010 begann ein völlig neues Kapitel in der Geschichte der Stadtbibliothek. Im Sommer fand nach langer Planungs- und Bauphase der Umzug in die neuen Räume in der Zehntscheune statt. Für alle Beteiligten war das eine enorme Herausforderung, zogen doch fast 37.000 Medien binnen drei Wochen vom alten ins neue Haus um. Während des Umzugs halfen viele „fleißige Hände": Neben den Mitarbeitern des Bauhofes unterstützten die Hockenheimer Leser selber den Umzug und liehen während der Umzugsphase Bücher aus. Die Sparkasse sponserte unter dem Motto „Ausleihe für einen guten Zweck" jedes ausgeliehene Buch mit 10 Cent, so dass der Umzug auch noch jungen Musikern zugutekam.
Für die Stadtbibliothek ist die Zehntscheune der dritte Standort in ihrer Geschichte. In den späten vierziger Jahren war sie zunächst in Räumlichkeiten in der Heidelberger Straße untergebracht. 1980 wurde dann das Gebäude in der Schubertstraße fertiggestellt und die Stadtbibliothek dort eröffnet. Am 9. Juli 2010 fand die feierliche Einweihung der Zehntscheune und damit auch der Startschuss für die Stadtbibliothek statt. Bibliothek und Tabakmuseum präsentierten sich und das neue Domizil direkt im Anschluss mit einem Tag der offenen Tür am 10. und 11. Juli.
Der Umzug hat einige Veränderungen mit sich gebracht. So wurden die Öffnungszeiten noch einmal erweitert. Die Bibliothek hat nun 25 Stunden je Woche geöffnet, statt montags ist samstags geöffnet. Neu ist auch die Möglichkeit, seine Medien am Selbstverbucher-Terminal zu entleihen. Dazu war es notwendig, alle Medien mit sogenannten RFID-Etiketten zu versehen. Seit Ende November ist ein Besucher-Zähler installiert, der die Besucherzahl und -frequenz misst. Nach einem guten halben Jahr in Betrieb lässt sich bereits sagen, dass das neue Gebäude sehr gut angenommen und allseits gelobt wird, die bauliche Maßnahme wird positiv und als Bereicherung des Stadtbildes gesehen. Sehr gut wird das freundliche, helle Ambiente der Bibliothek bewertet.
Die Bibliothek verteilt sich nun auf drei Ebenen mit vier voneinander getrennten Räumen. Insgesamt nimmt die Bibliothek nun einen Raum von 670 qm ein. Die Kindermedien haben ebenso wie die Jugendmedien eigene Räumlichkeiten erhalten. Den Umzug haben die Mitarbeiter zum Anlass genommen den Bestand kräftig zu verjüngen. Der aktuelle Bestand zählt (Stand 31.12.) 36.241 Medien; davon sind 32.613 Bücher (12.650 Sachbücher, 9.309 Romane, 9.237 Kinder- und Jugendbücher, 1.417 Zeitschriftenhefte) und 3.628 Non-Book-Medien (3.444 digitale Medien, 184 Spiele). Die Bibliothek bietet 42 verschiedene Zeitschriften an sowie 5 Tageszeitungen.
Der Bestand wurde rund 3 mal umgesetzt; insgesamt haben etwa 3.400 aktive Leser fast 107.000 Ausleihen getätigt; jeder aktive Leser hat also durchschnittlich 31 Medien entliehen. Bücher wurden 2,5 mal im Schnitt entliehen, digitale Medien 6,7 mal. Der kräftigen Aussonderungsaktion stehen 1.500 Neuzugänge gegenüber; diese Zahl wird im laufenden Jahr wieder wesentlich höher ausfallen. Von den aktiven Lesern - aktiv bedeutet mindestens eine Ausleihe im Jahr - sind 280 (8,3 %) 60 Jahre und älter, 860 (25,4 %) sind 12 Jahre und jünger, wesentlich höher als in den Vorjahren war mit 717 (21,1 %) die Zahl der Neuanmeldungen.
Obwohl die Bibliothek für den Umzug geschlossen war, hatte sie im vergangenen Jahr 1.102 Stunden geöffnet, das entspricht fast 46 Tagen oder mehr als 9 Wochen, wenn man nur Arbeitstage rechnet. Insgesamt bot die Bibliothek 31 Veranstaltungen; 10 für Erwachsene, 21 für Kinder, darunter Klassenführungen und Lesenächte. Außerdem wurde in den neuen Räumen eine Ausstellung von Flor Sumenho gezeigt. Neu ist auch, dass der „Bucht(r)ipp" mit Rosa Grünstein und Thomas Liebscher in die Bibliothek in der Zehntscheune umgezogen ist. Darüber hinaus nutzten zwei Schüler die Bücherei als Praktikumsplatz.












