Projekt Kletterpark kommt nicht
Stadt und Projektpartner einig: Artenschutz geht vor Freizeitnutzung
Frühjahr 2009: nach einem Besuch einer vorbildhaften Einrichtung im pfälzischen Kandel gab es großen Optimismus, dass in Schwetzingen an der Stelle des ehemaligen Wildgeheges in der Sternallee ein attraktiver und zugleich sehr naturschonender Kletterpark verwirklicht werden könnte. Stadt, Projektpartner Funforest und der Gemeinderat waren sich einig, dass das Projekt zu Schwetzingen passt.
Die vergangene Zeit wurde genutzt um die Detail- und Kostenplanung zu erstellen, aber auch die notwendige Abstimmung mit dem Regierungspräsidium und dem NABU Schwetzingen im Hinblick auf den Naturschutz herbeizuführen. Jetzt liegen auch die Gutachten vor, welche Arten auf dem Areal vorkommen: Darin heißt es u.a (Zitat).:
„Im Rahmen der Worst-case-Betrachtung ist anzunehmen, dass die lokalen Populationen (Anmerkung: gemeint sind Käfer, Vögel, Fledermäuse) der oben genannten europäisch und national streng geschützten sowie gefährdeten Arten durch die Planung zumindest stark beeinträchtigt und zum Teil (z. B. Mittelspecht) sogar vollständig erlöschen werden. Die im Untersuchungsgebiet vorkommenden Populationen national besonders geschützter Tierarten sind durch die Planung in gleichem Maße betroffen."
„Nachdem klar ist, dass das Gelände aus ökologischer Sicht als sehr wertvoll einzustufen ist und Eingriffe nicht möglich sind, kommt unser Projekt natürlich nicht mehr in Betracht", bedauern die beiden Geschäftsführer von Funforest Wolfgang Biersch und Mathias Hensel die Situation außerordentlich, nachdem man gemeinsam mit der Stadt viel Herzblut und Zeit in ein sicherlich tolles Projekt investiert habe. Letztendlich ist er sich aber mit OB Dr. René Pöltl und allen Projektbeteiligten einig, dass hier der Natur- und Artenschutz der geplanten Nutzung vorgehe. „Sehr schade, wir haben wirklich alles versucht, die Ansiedlung dieses tollen Projekts zu erreichen. Da es aber auch keine Alternativstandorte in Schwetzingen gibt, haben wir das zu respektieren", ergänzt Pöltl.
Ob vielleicht doch noch eine andere Nutzung kommen könnte, ist derzeit nicht absehbar. Aus Sicht der Stadt wäre es zum Beispiel möglich, mit dem NABU dort einen Lehrpfad, ein Natur-/Waldklassenzimmer o.ä. einzurichten, um auch die ökologische Funktion eines solchen Geländes darzustellen. Dazu müsse man aber auch im Hinblick auf Umsetzung und mögliche Kosten noch ins Gespräch kommen.












