Mit hohem Maße vertraut und anerkannt
Chlorgasanlagen, elektrische Schaltkästen oder tausende von Ersatzteilen für die Geräte des Aquadroms wird Rainer Brandenburger in nächster Zeit wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen. Denn er wurde in einer Feierstunde in den Vorruhestand verabschiedet. „Für das Aquadrom und seine Mitarbeiter ist dieser Abschied ein echter Einschnitt", war sich Bürgermeister Werner Zimmermann bei der Verabschiedung des langjährigen Mitarbeiters vom Hockenheimer Freizeitbad sicher.
In Anspielung auf die erste Mondlandung und den berühmten Satz von Neil Armstrong „Ein kleiner Schritt für mich,..." gab er seinem ehemaligen Schulkameraden einen guten Rat mit auf den Weg: „Ob dieser für Dich entscheidende Schritt auch ein großer für die Menschheit wird, das hängt davon ab, was Du noch vorhast." Er dankte, wie auch Personalratsvorsitzender Johannes Lienstromberg, für den Elan und die guten Ideen sowie die kollegiale Zusammenarbeit.
Große Pläne will Rainer Brandenburger vorerst aber nicht schmieden. Nachdem 27 Jahre lang seine Tätigkeit beim Aquadrom im Vordergrund stand, möchte er sich nun zunächst auf seine Familie konzentrieren. Mit seiner Frau, mit der er seit 1973 verheiratet ist, wohnt der gebürtige Hockenheimer inzwischen in der Nachbargemeinde Neulussheim.
1983 begann Brandenburger seine Arbeit beim Erlebnis- und Wohlfühlbad in Hockenheim. Bekannt war ihm das Bad schon vorher - wenn auch nur als Besucher. Noch als Gast beim Saunieren am Sonntagmorgen, gibt er mit Augenzwinkern zu, dachte er damals: „So einen Job möchte ich auch haben." Dieser Wunsch ging 1983 in Erfüllung: Brandenburger bewarb sich auf eine Stellenausschreibung und wurde genommen.
Seitdem ist er eine feste Größe im Aquadrom-Team. Ausgebildet als Starkstromelektriker bei dem Unternehmen „ART", war der 62-Jährige im Bad bald nicht mehr wegzudenken. Auch über seinen Beruf hinaus engagierte er sich: So war er jahrelang als Mitglied des Personalrates tätig, wurde als Vertretung des Schwimm-Meisters eingesetzt und hatte seit 2000 den Posten als technischer Sicherheitsbeauftragter für das Freizeitbad inne.
„Elektronik und Wasser, man musste sich in beiden Bereichen auskennen. Das hat die Arbeit so vielseitig gemacht", beschreibt Brandenburger die besondere Herausforderung seiner Tätigkeit. Bereut hat er seine Berufsentscheidung nicht „Der Job hat Spaß gemacht. Es war eine schöne Zeit hier", zieht er Bilanz. Besonders den Zusammenhalt im engen Kollegenkreis wird er vermissen. Erhard Metzler, technischer Leiter der Stadtwerke, weiß aber Rat: Mit der „Ehrenrufbereitschaft" für den Neu-Rentner, die viele Besuche im Bad einschließt, wird es künftig immer eine enge Verbindung zu seinem ehemaligen Arbeitsplatz geben. Und vielleicht ist auch bald Zeit, sich einen Herzenswunsch zu erfüllen: Rainer Brandenburger möchte einmal mit dem Postschiff die traditionellen norwegischen Hurtigruten bereisen.












