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Artikel vom: 29.07.2010
Ehrung für vorbildliches Verhalten bei einem Taschendiebstahl
„Beistehen statt rumstehen" - Richtig helfen, aber nicht den Helden spielen
18-jähriger Zeuge und zwei Taxifahrer für ihr umsichtiges und vorbildliches Verhalten nach Handtaschendiebstahl geehrt
Für ihr umsichtiges, vorbildliches und vor allem richtiges Verhalten nach einem Handtaschendiebstahl wurden der 18-jährige Schüler Kevan Fallahpoor, der 28-jährige Taxifahrer Christopher Lenz, beide aus Schwetzingen sowie der 42-jährige Taxifahrer Mahir Serbest aus St. Leon-Rot durch den Oberbürgermeister Der. René Pöltl, den Leiter des Polizeireviers Schwetzingen, Erster Polizeihauptkommissar Hubert Böllinger und den Geschäftsführer des Vereins Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar e.V., Erster Kriminalhauptkommissar Günther Bubenitschek, im Rahmen der Aktion „Beistehen statt rumstehen" geehrt.
Was war geschehen:
Kevan Fallahpoor war am 25. Juni kurz nach 22 Uhr mit dem Zug von Mannheim nach Schwetzingen unterwegs. Als der Zug im Bahnhof Schwetzingen anhielt, wurde er durch die Schreie einer Dame aufmerksam und konnte beobachten, wie dieser von einem Mann die Handtasche gestohlen wurde, die sie auf dem Sitz neben sich abgestellt hatte. Der Täter stieg aus und flüchtete. Kevan Fallahpoor verfolgte den Täter mit seinem Fahrrad und sah ihn in einem Hof in der Clementine-Bassermann-Straße verschwinden, wo er sich versteckte. Die beiden Taxifahrer Christopher Lenz und Mahir Serbest waren auf den Vorfall aufmerksam geworden und eilten zur Hilfe. Zusammen mit zwei weiteren Taxifahrerkollegen wurde der Dieb angesprochen, worauf er schließlich die Handtasche herausgab. Anschließend konnte der Täter unerkannt in der Dunkelheit entkommen. Die Handtasche konnte der glücklichen Besitzerin mit
dem kompletten Inhalt zurückgegeben werden.
Für ihre Aufmerksamkeit, die gezeigte Zivilcourage und ihr vorbildliches Verhalten bedankten sich Oberbürgermeister Pöltl, die Schwetzinger Polizei sowie der Präventionsverein bei Herrn Fallahpoor, Herrn Lenz und Herrn Serbest mit je einer Urkunde und einem kleinen Präsent.
„Beistehen statt Rumstehen"
Die Initiative der Präventionsvereine Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar e.V. Sicheres Heidelberg (SicherHeid) e.V. und Sicherheit in Mannheim (SiMa) e.V., richtet sich inhaltlich an der bundesweit propagierte Aktion TU WAS aus.
Die Auszeichnung in Form einer Urkunde und einem Präsent erhalten Menschen, die im Rhein-Neckar-Kreis, Heidelberg oder Mannheim entsprechend handeln. Über die Veröffentlichung der guten Taten möchten die drei Präventionsvereine auch darauf inwirken, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung in der Metropolregion positiv zu
beeinflussen.
Aktion „TU WAS"
Das Ziel der Aktion TU WAS, eine "Initiative für mehr Zivilcourage" ist, innerhalb der Bevölkerung den Gedanken der Solidarität und des Helfens zu fördern. Oft wissen die Bürgerinnen und Bürger allerdings nicht, wie sie wirkungsvoll eingreifen können, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen. Deshalb hat die Polizei sechs praktische Regeln für mehr Sicherheit zusammengestellt, die jeder anwenden kann.
• Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen.
• Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf.
• Ich beobachte genau und präge mir Täter-Merkmale ein.
• Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110.
• Ich kümmere mich um Opfer.
• Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.
Gefordert ist nicht Heldentum. Vielmehr genügen oft schon Kleinigkeiten, um eine große Wirkung zu erzeugen. Manchmal reicht es bereits, das Handy zu benutzen und Hilfe zu holen oder weitere Passanten um Unterstützung zu bitten. Schon heute schreiten Bürgerinnen und Bürger immer wieder couragiert und beherzt in brenzligen Situationen ein. Damit verhindern sie Schlimmeres oder tragen entscheidend dazu bei, dass Opfer zu ihrem Recht kommen und Straftaten aufzuklären. Dies ist umso erfreulicher, da bekanntlich eine Haltung des Wegschauens den idealen Nährboden für kriminelle Machenschaften bereitet. Deshalb müssen die Möglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger, Hilfe zu leisten, noch gezielter genutzt und die Bereitschaft dafür ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden.
„Weggeschaut. Ignoriert. Gekniffen." - diese Einstellung kann und darf keiner an den Tag legen.
Übrigens: Die sechs praktischen Regeln sind seit Januar auch in allen S-Bahnen der Region und auf einem Linienbus der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft zu sehen.
Weitere Informationen im Internet unter:
www.praevention-rhein-neckar.de
www.aktion-tu-was.de
www.polizei-beratung.de
Quelle:
Rik TV












